
Sich auf die Kraft der Natur zurückzubesinnen, hat Stefanie Pyka zu ihrer persönlichen wie auch beruflichen Lebensphilosophie gemacht. Aufgewachsen auf einem Bauernhof in Tulfes kam sie schon früh in Berührung mit der Natur und ihren wertvollen Schätzen. Bei kleineren wie größeren Wehwehchen war ihre Großmutter stets mit natürlichen Helfern wie Arnikatinkturen und Ringelblumensalben zur Stelle. Auch in Sachen Kochkunst stand im landwirtschaftlichen Haushalt Regionalität und Saisonalität im Vordergrund. Schon als kleines Kind hielt sich Stefanie gerne in der Küche auf, half beim Kochen mit und fing praktisch schon im Alter von neun Jahren an, ihr eigenes Business aufzuziehen, indem sie selbstgebackene Kuchen an kleinen Standln verkaufte. „Ich esse einfach gerne Gutes und Wertvolles. Wenn mir etwas nicht geschmeckt hat, habe ich mir einfach selbst etwas Anderes zubereitet“, erinnert sich die diplomierte Ernährungsberaterin und Kräuterpädagogin an ihre Kindheitstage.
In ihrer Pubertät verlor Stefanie diesen Bezug ein wenig und absolvierte eine Ausbildung samt Meisterprüfung zur Kosmetikerin und medizinischen Fußpflegerin. Doch nach gut zehn Jahren musste sie aus gesundheitlichen Gründen die Leitung eines Kosmetiksalons an den Nagel hängen. „Ich litt zusehends stärker unter meiner angeborenen Neurodermitis und Magen-Darm-Problemen. Weil mir schulmedizinisch nicht wirklich geholfen werden konnte, machte ich mich auf die Suche nach Möglichkeiten zur Selbsthilfe und fand diese in der Natur“, erzählt Stefanie über jene Zeit, in der sie sich auf den Weg machte, ihrer wahren Berufung zu folgen.
Kochen, was da ist
Auf Grund ihrer gesundheitlichen Probleme besann sie sich in dieser Zeit wieder verstärkt auf die Schätze der Natur. Das Kochen mit saisonalen Zutaten und dem, was gerade verfügbar ist, nahm wieder mehr Raum in ihrem täglichen Leben ein – und es brachte ihr körperliches Wohlbefinden zurück. Ihre Freestyle-Rezepte, wie sie ihre spontanen Kreationen nennt, sind nicht nur schmackhaft, sondern strotzen nur so von gesunden Zutaten. „Ich kreiere gerne Rezepte mit dem, was im Moment gerade im Kühlschrank ist oder was uns die Natur gegenwärtig bietet. Das Reine und Unverarbeitete aus der Natur mit meinen eigenen Händen zu pflücken und daraus köstliche Gerichte zu kreieren, bereitet mir unglaublich viel Freude.“
Wissen, was drin ist
Das Wissen um die Kraft der Kräuter, wo welche Pflanze wächst und welche positiven Eigenschaften sie für unseren Körper hat, hat Stefanie mit zahlreichen zertifizierten Ausbildungen untermauert. „Anfangs habe ich die Ausbildungen für mich selbst gemacht, um wieder gesund zu werden. Gestartet habe ich 2016 mit der Ausbildung zur zertifizierten Ernährungstrainerin und Kräuterpädagogin. Um auch Kräuterwanderungen anbieten zu können, absolvierte ich 2019 kurz vor meiner Hochzeit die Ausbildung zur Bergwanderführerin“, erzählt die Kräuterpädagogin. Mittlerweile hat sie zahlreiche weitere Fortbildungen erfolgreich abgeschlossen, beispielsweise als Beraterin für Darmgesundheit, in traditioneller europäischer Medizin und Volksheilkunde sowie Kurse an der Bachblütenakademie in Salzburg. Aktuell absolviert sie neben ihrer Aufgabe als Mutter zweier Töchter und ihren zahlreichen Workshops die Ausbildung zum Vital- und Nährstoffcoach.
Von Workshops bis Teambuilding
Ihre Leidenschaft und ihr Wissen lässt die Kochkünstlerin und Ernährungsexpertin nicht nur in ihre Rezepte, sondern auch in ihre Kurse und Workshops einfließen. Beginnend mit verschiedenen Kräuterwanderungen, bei denen auf gemeinsamen Streifzügen durch die Natur die wertvollen Wildkräuter entdeckt und gesammelt werden, über Koch- und Kräuterworkshops bis hin zur nachhaltigen Herstellung selbstgemachter Naturkosmetik bieten die Angebote von natur-purpur einen umfassenden Einblick in die Naturapotheke, wie Stefanie die kraftvollen Schätze unserer umliegenden Pflanzenwelt nennt. Nicht nur Privatpersonen schätzen die inspirierenden Workshops von natur-purpur, auch Firmen nutzen die vielseitigen Angebote gerne für Teambuilding-Events: „Gesunde, vitale Mitarbeiter und bewusste Ernährung stehen auch bei Unternehmen immer mehr im Fokus. Je nach Wunsch des Unternehmens schnüren wir individuelle Pakete, die ein gewünschtes Thema in einem Impulsvortrag behandeln und anschließend beim gemeinsamen Sammeln, Kochen und Genießen in geselligem Rahmen praktisch anwenden“, gibt sie einen Einblick.
Von der Wiesn aufn Tisch
„Wir kommen aus der Natur und brauchen sie auch für unser Leben. Es ist faszinierend zu erkennen, dass vieles von dem, was wir brauchen, direkt vor unserer Haustüre wächst, manchmal im eigenen Garten oder auf naheliegenden Wiesen und Wäldern.“ Dementsprechend begegnet Stefanie unserem Lebensraum mit einer großen Portion Achtsamkeit. „Sich Zeit nehmen, mit offenen Sinnen unsere Umwelt wahrnehmen und dabei die Pflanzen auch mal als Ganzes von der Wurzel bis zur Blüte betrachten, wirkt schon beruhigend auf unseren Körper.
Wildkräuter sind Pflanzen, die in der Natur wachsen und sich ihren Standort selbst auswählen, nämlich dort, wo für sie ideale Bedingungen vorherrschen. Fälschlicherweise werden sie oft als Unkraut bezeichnet, doch sie sind sehr viel mehr als das. Sie sind vollgepackt mit Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien, die unser Körper braucht, um optimal zu funktionieren. Meistens enthalten Wildkräuter auch eine höhere Konzentration an Nährstoffen als kultivierte Gewächse und sind zudem kostenfrei und nachhaltig“, weiß die Expertin um die zahlreichen Vorzüge von Wildkräutern. Für Stefanie stellen sie eine unverzichtbare und wunderbare Ergänzung zu unserer Ernährung dar, ob als Salat, im Smoothie oder als Gewürz: „Es gibt unzählige Möglichkeiten, diese wertvollen Schätze der Natur in unsere Mahlzeiten einzubauen.“ Was sie in ihren zahlreichen und wertvollen Rezepten eindrucksvoll belegt. Diese kann man übrigens auf Instagram unter @natur-purpur oder in gedruckter Form bei Sandl’s Hofladen (den Sie unter anderem in unserer letztjährigen Kulinarik-Ausgabe kennengelernt haben) in Lans erwerben. Für das Sammeln der Wildkräuter hält sie in ihren Kräuterwanderungen wertvolle Tipps bereit, wie die sichere Bestimmung der Pflanzen etwa, was ein guter Sammelort und -zeitpunkt ist oder wie man die Kräuter achtsam sammelt und verwertet.
Kraftvolles Frühlingerwachen
„Die Kraft der Wildkräuter und eine gesunde, ausgewogene und pflanzliche Ernährung sind meine Passion. Es ist für mich ein Geschenk, mit meiner Leidenschaft Geld verdienen zu dürfen“, sagt die Kräuter- und Kochkünstlerin. „Von innen heraus leuchten“ lautet demnach nicht nur ihr eigenes Lebensmotto, sondern auch die Philosophie ihrer selbstständigen Tätigkeit, der sie sich seit Mitte 2024 voll und ganz widmet.
Gerade zur Frühlingszeit beginnt die Natur wieder, mit voller Kraft zu sprießen. Als wehrhafte Pflanze gilt insbesondere die Brennnessel im Frühjahr als besonders kraftvoll, ihre frischen Triebe stärken das Immunsystem, wirken stark entgiftend und enthalten neben wertvollem Eisen auch Vitamin C und zahlreiche Mineralstoffe. Stefanie Pyka verwendet Brennnessel gerne als kostenlosen Spinatersatz oder bereitet Brennnessel-Chips zu. „Die Brennhaare werden beim Kochen oder Pürieren wirkungslos gemacht. Wer die zarten Blätter als Salat genießen möchte, walkt sie am besten kräftig mit einem Nudelholz“, rät die Naturköchin. Sie schwört jedoch auch auf ein weiteres „Unkraut“, nämlich den Löwenzahn: „Entgegen landläufigen Meinungen ist beim Löwenzahn die ganze Pflanze genießbar, von der Wurzel über den Stängel bis zu den Blättern und Blüten. Löwenzahn sollte jeder in seinen Alltag einbauen. Er versorgt den Körper mit Bitterstoffen, Flavonoiden, Aminosäuren, Spurenelementen und Mineralstoffen.“ So verfeinert Stefanie beispielsweise ihren Kartoffelsalat gerne mit Löwenzahnblättern und Gänseblümchen. „Auch Veilchen, Gundelreben und Schlüsselblumen haben im Frühling wunderschöne Blüten, die Gerichte zudem optisch aufhübschen.“
Die aufblühende Natur hält dazu noch zahlreiche weitere Schätze bereit – Giersch, Vogelmiere, Knoblauchrauke, Bärlauch oder Spitzwegerich zum Beispiel. Beim Sammeln sollte man jedoch wichtige Tipps beachten und auch nur jene Pflanzen mitnehmen, die man zu hundert Prozent sicher bestimmen kann: „Zudem sollte der Sammelplatz nicht in Straßen- oder Bahnnähe sein, auch Plätze, die Hunde gerne aufsuchen, sind nicht empfehlenswert. Besser eignen sich biologisch bewirtschaftete Flächen, unbelastete Wiesen und Felder oder der eigene Garten, dann muss man die Pflanzen vor dem Verzehr auch nicht unbedingt waschen.“
Innere Strahlkraft erwecken
„Unser Körper strahlt genau das aus, was wir ihm geben. Wenn wir lernen, auf ihn zu hören, sagt er uns auch, was er braucht. Ich möchte aufzeigen, wie einfach und schmackhaft pflanzliche Ernährung sein kann und wie man sie positiv für die eigene Gesundheit nutzen kann“, liegt es Stefanie Pyka am Herzen, mehr Menschen an ihrem wertvollen Wissen über körperliches Wohlbefinden teilhaben zu lassen, ob in ihrem Koch- und Kräuterblog oder ihren Workshops.
Text: Doris Helweg

