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Life

Gebaute Haltung

17.5.2026

Form follows function, die Form folgt der Funktion, heißt eines der einflussreichsten modernen Konzepte in Architektur und Design. Es besagt, dass die Gestaltung eines Objekts sich direkt aus seinem geplanten Verwendungszweck ableiten sollte. Das hat man sich ganz offenkundig auch im DAS RAIQA zu Herzen genommen, dessen Architektur und hybride Funktionalität vor allem auf eines ausgerichtet ist: Gastfreundschaft Raum zu geben.

Das ist vermutlich bei den meisten Menschen nicht die allererste Assoziation, die mit einer Bankenzentrale – und eine solche ist DAS RAIQA nicht allein, aber unter anderem – einhergeht. Banken-Headquarters sind häufig als moderne „Tempel“ aus Glas und Stahl konzipiert, von denen eine gewisse Kühle und Distanz ausgeht, die als Seriosität gelesen werden will. Im DAS RAIQA wird diese Barriere eingerissen. Im neuen Hauptquartier der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG gilt neben der Form, die einer Funktion folgt, augenscheinlich ein weiteres Prinzip: Form follows emotion, und die planungsleitende Emotion heißt hier eben Gastlichkeit, Offenheit, Urbanität, Raum für Neues bei gleichzeitigem Respekt für den Bestand … Gastraum. Hier sitzt heute ein Kreditinstitut, das seine eigene Rolle vor gut zehn Jahren reflektiert – so lange hat es gedauert, mit dem Gedanken an ein Stadtquartier zunächst schwanger zu gehen und ihn sodann in einen konkreten Bau umzusetzen – und grundlegend neu definiert hat. „Wir sind hier Gastgeber“, bringt RLB-Vorstandsvorsitzender Thomas Wass dieses neue Selbstverständnis auf den Punkt.

Gastgeber statt Bankentempel

Das Vorgängergebäude in der Innsbrucker Adamgasse war in die Jahre gekommen, innen zwar in Ordnung, von außen betrachtet aber kein Schmuckstück. Ein Klotz, städtebaulich eher abweisend, energetisch ohne massiven Aufwand nicht mehr sanierbar. Es gab Handlungsbedarf. Die Bank hat zwei Grundsatzentscheidungen getroffen: „Wir haben uns bewusst entschieden, unser Headquarter nicht irgendwo in die grüne Wiese zu bauen, sondern hier am Standort im Herzen von Innsbruck zu bleiben.“ Eine Entscheidung, die sich als „goldrichtig“ herausgestellt hat, ist Wass überzeugt.

Nach Diskussionen in der Führungsetage hat sich eine gemeinsame Haltung herauskristallisiert, die in Gestalt des RAIQA Architektur geworden ist. „Wir wollten kein klassisches Bankgebäude bauen. Die Zeiten von Banktempeln sind vorbei. Gott sei Dank sind sie vorbei. Wir verstehen uns als Dienstleister“, sagt Wass, dem partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe ein spürbares Anliegen ist. Die Errichtung eines hybriden Gebäudes, das mehrfache Nutzungen unter einem gemeinsamen Dach ermöglicht, ist deshalb folgerichtig gewesen. Tagsüber herrscht in der Bank und in der Gastronomie und den konsumfreien Bereichen des Event-Space Betriebsamkeit, in der Nacht findet das Gebäude als Hotel seine Hauptbestimmung. „Eine perfekte Symbiose“, meint Wass. Ein Gebäude, das 24/7 lebt.

Rund um DAS RAIQA sollte Aufenthaltsqualität entstehen, damit die Achse zwischen Bahnhof und Bozner Platz – anders als früher – nicht länger ein gesichtsloser Durchgangsort, man könnte sogar Unort dazu sagen, bleiben würde. Dem hat man in der Planung mit einer großzügigen Plaza Rechnung getragen, die weitläufige Passage vom Bahnhof herein in die Stadt wird von Geschäftsflächen gesäumt. „Wir wollten einen Ort der Begegnung und Gastfreundschaft schaffen, an dem sich Menschen gerne aufhalten“, formuliert Thomas Wass die Zielsetzung. Diesem Gedanken folgend ist DAS RAIQA „Architektur gewordener Ausdruck einer Haltung“.

Das Atrium als vertikale Klammer

Im ausgelobten Architekturwettbewerb hat die Bank festgelegt, dass der „Turm“ erhalten bleiben sollte. Er sollte in der hybriden Nutzung dem zukünftigen Hotel Platz bieten. Diesem Ansinnen sind alle Einreichungen gefolgt bis auf eine: Ausgerechnet jene von Pichler & Traupmann Architekten, die letztlich den Zuschlag bekommen hat. „Nur Pichler & Traupmann hatten die Idee, den Hotelbereich gewissermaßen seitlich an das entkernte Skelett des früheren Turms anzuflanschen. Dadurch ist erst Raum für das lichtdurchflutete Atrium entstanden, welches das Gebäude heute atmosphärisch prägt“, erklärt der Vorstandsvorsitzende. Der Siegerentwurf hat es gewagt, im Wortsinn „out of the box“ zu planen und die Vertikalität im Gebäude neu zu organisieren. Das dadurch entstandene Atrium als vertikale Klammer, die die unterschiedlichen Nutzungen organisch miteinander verbindet, ist gewissermaßen das Herzstück des Gebäudes, das Offenheit nicht nur zart andeutet oder gar nur behauptet, sondern über neun Stockwerke hinweg durchsetzt. Die Substanz ist erhalten geblieben, die Kubatur wurde neu interpretiert. Das Atrium des RAIQA ist kein kleiner Lichtschacht, sondern ein Statement. Eines, das Nutzungen nicht nur zusammenhanglos übereinanderstapelt, sondern miteinander kommunizieren lässt.

Thomas Wass ist heute mehr als froh darüber, dass dieser Entwurf umgesetzt wurde. „Das macht den Charakter dieses Hauses aus. Der Dialog zwischen Alt und Neu, das Bekenntnis zur Vergangenheit und die Überbrückung hin zur Gegenwart“, sagt er. Und tatsächlich: Über gewölbte Brücken wechselt man zwischen den Umgängen im Atrium hin und her.

Architektur macht Gemeinschaft

Durch die Blickbeziehungen im Gebäude wird die „Demokratisierung des Raums“ baulich verdeutlicht. Es gibt keine hermetisch abgeriegelten Bereiche, keine uneinsehbaren Unorte. Man nimmt einander wahr. Es herrscht Augenhöhe, die soziale Distanzen überbrücken kann. Die Brücken und Treppen fungieren als Aussichtspunkte in ein Geflecht aus Blickbeziehungen. Thomas Wass bezeichnet sie als „Begegnungszonen“ und überbrückt täglich zigfach das Atrium, bleibt bewusst stehen und lässt die Bewegung im Atrium auf sich wirken. Wer hier steht, starrt nicht etwa gegen Wände, sondern in ein vielfältiges Mosaik an Nutzungen. Der Hotelgast beim Check-in, der Berater im Gespräch, die Passanten beim Espresso. Diese visuelle Offenheit ist es, die das RAIQA vom abgeschotteten Bankentempel zum durchlässigen, transparenten Stadtquartier macht. Architektur wird hier zum sozialen Kitt, weil sie Begegnung nicht nur zulässt, sondern provoziert. „Unsere Vision ist architektonisch perfekt umgesetzt worden“, sagt Wass.

Gute Architektur rechnet sich

Architektur ist das eine, Wirtschaftlichkeit das andere. Das schönste Gebäude ist auf Dauer nicht tragbar, wenn es sich finanziell nicht trägt. Gerade eine Bank ist gut beraten, sich die Wirtschaftlichkeit einer Investition nicht schönzurechnen. Die Raiffeisen-Landesbank Tirol AG hat sich diesbezüglich keine Blöße gegeben und die Kosten – die Investitionssumme geht in Richtung 155 Millionen Euro – durch rigorose Kontrolle und fallweise Planänderungen im Griff gehabt. Bei der Wirtschaftlichkeit kommt der Bank der Mixed-Use des Gebäudes entgegen. „Wir vermieten mehr als 50 Prozent der Fläche. Wir hätten diese Summen nicht investiert, wenn wir das Gebäude nur selbst genutzt hätten. Das wäre viel zu teuer gewesen“, erklärt Wass. Das Hotel spielt in der Bilanz eine tragende Rolle, deshalb wurde es fixiert, noch bevor mit dem Bau begonnen wurde. „Hotel, Restaurant, Bistro, Shops und Veranstaltungsflächen – all das generiert Miet-
einnahmen. Erst dadurch ist dieses Projekt machbar geworden.“

Das Ökosystem der Nachhaltigkeit

Bauen im Bestand ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie ganz genau, was man bekommt, wenn die Baumaschinen schweigen und sich der Staub setzt. Dessen war sich der Bauherr bewusst. Ob das in der Bauphase Kopfzerbrechen auslöst? „Ja“, sagt Wass. Nachdenken muss er für diese Antwort nicht. Statisch sei es „hochspannend“ gewesen, den Turm von seinen Decken zu befreien und nur das Gerippe übrig zu lassen. „Während ein Teil abgetragen wurde, musste ein anderer bereits ertüchtigt werden. Die alten Treppenhäuser konnten wir erst ganz am Schluss abreißen, weil sie den Turm zusammengehalten haben“, sagt er. Zwischendurch hat man sich in der Vorstandsetage der RLB also durchaus gefragt, ob es nicht doch einfacher – und womöglich klüger – gewesen wäre, den gesamten Bau dem Erdboden gleichzumachen und von null weg anzufangen. Ein Blick auf das heutige Ergebnis und die CO2-Bilanz des erhaltenen Betonskeletts gibt der Entscheidung recht – und ist zugleich Beweis, dass Nachhaltigkeit in der Architektur oft genau dort beginnt, wo es kompliziert wird. Low hanging fruits sind das keine. „Zwischendurch“, räumt Wass ein, „waren wir uns nicht immer sicher, ob das die beste Entscheidung unseres Lebens gewesen ist.“

Heute ist er sich sicher. Zur guten ökologischen Bilanz des RAIQA trägt auch der Umstand bei, dass die Bank die Möglichkeit hatte, den Tiefenbrunnen des nicht weit entfernt gelegenen einstigen Rechenzentrums anzuzapfen. Früher wurden damit Rechner gekühlt, heute temperiert das Wasser die Betonmassen im Gebäude. Zusammen mit dem Urban Mining beim Rückbau des alten Turms, der Photovoltaik und punktuellen Fassadenbegrünung ist ein technisches Ökosystem entstanden, das zeigt: DAS RAIQA ist nicht nur architektonisch, sondern auch energetisch effizient, vernetzt und ressourcenschonend und damit ganz auf der Höhe der Zeit.

Mit ihrem neuen Headquarter setzt die Bank auch als Arbeitgeberin ein deutliches Ausrufezeichen. „Ich habe das so noch nicht erlebt: Unsere Mitarbeiter*innen kommen hier herein und empfinden es als Privileg, hier ihren Arbeitsplatz zu haben“, beschreibt Wass Glücksgefühle, die auch mit dem „Heimkommen in die Stadt“ nach einigen Jahren im Ausweichquartier zu tun haben dürften. Den Vorstandsvorsitzenden freut das sichtlich. „Das wird ein Argument sein, warum man bei uns arbeiten wollen wird.“ Die RLB Tirol hat im Rennen um Talente sicht- und spürbar weiter aufgerüstet. „Wir wollten der Stadt Raum geben. Hier ist ein neues Stadtviertel entstanden“, sagt Wass, der die Unterstützung der Stadt Innsbruck hervorhebt. „Unser Engagement wird wertgeschätzt.“

Der Vorstandsvorsitzende, der von der Stunde null in das Projekt involviert gewesen ist, betrachtet es rückblickend als Privileg, diesen Bau begleitet zu haben. Der Bau hat die Bank bereits geformt, noch ehe sie dort eingezogen ist. Durch das Projekt hat die Raiffeisen-Landesbank Tirol auch gelernt: „Absolute Kostenkontrolle und -disziplin von der ersten Minute an ist das Wichtigste“, sagt Wass. Die Bank hat ein gutes Team aufgebaut, das den Profis am Bau, den ausführenden Unternehmen, im Claim Management die Stirn bieten konnte. „Wir haben sehr viel abseits unseres Kerngeschäfts gelernt.“ Thomas Wass hat den Bau des RAIQA immer als Gesamtaufgabe des Vorstands begriffen. Christof Splechtna hatte in den letzten Jahren den Lead. „Und einen tollen Job gemacht“, lobt Wass den Vorstandskollegen, der im Herbst als Vorstandsvorsitzender zur Hypo Vorarlberg wechseln wird. „Es war mir eine Freude, den Bau des RAIQA begleiten und beaufsichtigen zu dürfen. Ich würde es wieder machen“, sagt Thomas Wass.

DAS RAIQA ist ob seiner Komplexität kein Gebäude von der Stange und keine gewöhnliche Bauaufgabe, sondern vielmehr ein Prozess, an dem die Führung in der Bank gewachsen ist. Im RAIQA hat die Corporate Identity als Corporate Architecture ihre Fortsetzung gefunden. Möglicherweise ist es sogar umgekehrt.

Zelebrierte Tektonik

Sichtlich wohl fühlt sich auch Architekt Christoph Pichler im gemeinsam mit Johann Traupmann und dem Team von Pichler & Traupmann Architekten – kurz pxt – erdachten und geplanten Gebäude. Er führt durch das Gebäude, bleibt immer wieder stehen, um verschiedene Dinge zu erklären. „Was man hier sieht, ist das Gerippe des ehemaligen Turms“, sagt er und deutet auf das Betonskelett, das das Atrium rhythmisch gliedert und dem Raum Maßstäblichkeit gibt. Versteckt wurde hier bewusst nichts. Sogar die Rohre, die durch die Decken geführt haben, sind sichtbar geblieben. Der alte Beton erzählt eine Geschichte und hat eine Patina, die ihn von den glatten Flanken der neu betonierten Liftschächte abhebt. Als Korsett hat er die Stahlbetonstruktur aus dem Bestand nie empfunden. Ganz im Gegenteil. Die Tragstruktur des alten ist zur Identifikationsstruktur des neuen Gebäudes geworden – ganz wie von den Architekten intendiert. Der Bestand ist kein Hindernis, sondern der Ankerpunkt, das Gravitationszentrum des Gebäudes. DAS RAIQA ist ein Gebäude geworden, dessen Tektonik nicht verschämt hinter Marmor oder Gipskarton verschwindet, sondern zelebriert wird. Das Ganze wirkt urban, ohne dabei monolithisch oder abweisend zu sein. Im Atrium sind an versetzten Positionen in den Raum geschobene Besprechungskojen angebracht. Sie erinnern an schwebende Kanzeln.

Die dreidimensionale Stadt

Das Innere des Hybriden beschreibt der Architekt als „dreidimensionale Stadt“. Eine Stadt, die auch in ihrer Konstruktion neue Wege geht. Um die Tragfähigkeit des Betonskeletts nicht zu überfordern, setzte man auf eine hybride Leichtbauweise: Holz übernimmt dort, wo Gewicht gespart und zugleich Atmosphäre gewonnen werden soll. Dass nicht jeder Stahlbeton-Balken seine originale Patina zeigen darf, ist dem heutigen Sicherheitsanspruch geschuldet – graue Brandschutzanstriche ertüchtigen dort, wo die alte Substanz den modernen Normen Tribut zollen muss. Es ist ein ehrlicher Umgang mit den Grenzen des Machbaren.

Christoph Pichler steht am höchsten Punkt des Brückenbogens, den Thomas Wass zu seinem Lieblingsort erkoren hat. Diese Brücken im RAIQA sind bewusst nicht als flache Stege, sondern als skulpturale Bögen ausgeführt. In ihrer Form sind sie an die venezianische Rialtobrücke angelehnt. „Sie ist ein funktionaler Shortcut zur Überbrückung dieses urbanen ‚Canyons‘“, sagt Pichler, während sein Blick über die vielschichtigen Ebenen des Atriums gleitet. DAS RAIQA schlägt, wie bereits die ehemalige Zentrale, die Brücke zur Kunst. Die Kunstbrücke – Raum für Kunst der Raiffeisen‑Landesbank Tirol – erhält im RAIQA einen neuen Ausstellungsraum.

Die neue Königsdisziplin

Christoph Pichler hat dieses Projekt vor einiger Zeit als „untypisch“ für die Arbeit von pxt beschrieben. Ein Urteil, von dem er nach der Fertigstellung sichtlich Abstand nimmt: „Wir haben in unserer Arbeit immer versucht, die Dinge wie aus einem Guss aussehen zu lassen. Bei so einem Projekt, bei dem man immer wieder auf Bestehendes reagieren muss, ist das schwierig“, reflektiert er. „Man kann dabei nicht immer alles architektonisch und ideologisch denken. Es braucht auch Pragmatismus. Doch ich würde das heute so nicht mehr sagen – das Thema Bestand rückt generell, auch für unsere Arbeit, immer mehr in den Vordergrund.“

Bauen im Bestand hat sich gemausert, von der einst undankbaren Sanierungsaufgabe hin zur Königsdisziplin der Gegenwart, weil es einerseits Ressourcen schont und andererseits dem Ort seine Geschichte lässt. Der Bestandsplan hat gewissermaßen dem weißen Blatt Papier als Ort kreativer Entfaltung des Architekten den Rang abgelaufen. Heute ist das Thema graue Energie kein Nebenschauplatz mehr. DAS RAIQA darf diesbezüglich als Paradebeispiel gelten, da der Erhalt des Skeletts tonnenweise CO2-Emissionen eingespart hat, die ein Neubau verursacht hätte. Die Handschrift der Architekten wird ganz besonders in der Außenansicht lesbar: „Kontinuierliche Linienführung, wo die Vertikale in die Horizontale übergeht und es keine Brüche gibt.“ Sie verleiht dem Gebäude trotz seiner stattlichen Kubatur eine Eleganz und Dynamik und – tatsächlich – eine gewisse Leichtigkeit, die im Kontrast zur Klobigkeit der einstigen Zentrale steht. Auch die Fassade ist ein ganz bewusster Bruch mit der Vergangenheit. Die Stützen, die das Gebäude von der Plaza aus tragen, folgen immer einem statischen Erfordernis und sind nie, wie Pichler extra betont, nur formale Elemente. Im RAIQA gibt es keine Spielereien, hier ist alles Statik, Tektonik, Haltung.

Ein Magnet für die Weiße Moderne

„Dieses Quartier ist kein monofunktionaler Block. Es soll ein Magnet sein und ein lebendiges Stück Stadt“, formuliert Architekt Christoph Pichler die urbane Qualität, die das Projekt der Stadt zurückgibt. Die Frequenz ist an der Schnittstelle zwischen Bahnhof und dem Bozner Platz als Tor zur Innenstadt bereits spürbar, die neue Aufenthaltsqualität ebenso. Es braucht nicht allzu viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass der Rundumblick von der im 9. Stock situierten Skybar samt großzügiger Dachterrasse ein erhebender ist. Diesen Ausblick genießt auch Christoph Pichler, während er seine Hand über eines der glatten, lichtgrauen Fassadenpaneele gleiten lässt. Hier wird ein Effekt sichtbar, den die Architekten so gar nicht intendiert hatten: Scheint die Sonne auf das Gebäude, nimmt man das bewusst gewählte, zurückhaltende Grau als strahlendes Weiß wahr. Das Spiel zwischen den Nuancen findet bei Schönwetter schlicht nicht statt. „Die Sonne macht alles weiß – sie kennt nur die weiße Moderne“, sagt Pichler schmunzelnd. Das passt dann doch wieder zusammen, denn die als Sonnenschutz fungierenden, vorgeblendeten Metallstrukturen in den oberen Stockwerken sind ein modernes Zitat von Lois Welzenbachers Parkhotel in Hall in Tirol. Welzenbacher gilt als einer der Protagonisten der klassischen weißen Moderne in der Tiroler Architektur. Es gibt sie tatsächlich, die happy accidents. So schließt sich der Kreis. Es ist eine rundum runde Sache geworden, DAS RAIQA.


Text: Marian Kröll
Fotos: RLB Tirol/Simon Fischer

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