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Wirtschaft

Die drei

1.6.2023

Was gute Arbeitgeber ausmacht? (Standort)Sicherheit.

Sie alle drei sind recht früh in ihrem Berufsleben ins Adler-Werk in Schwaz gekommen. Michael hat 1989 hier begonnen, Wolfgang 1995 und Matthias 2017. So weit, so gut. Das Besondere daran: Die Madersbachers sind eine Familie – Michael und Wolfgang sind Brüder, Matthias der Neffe der beiden.

Ihre beruflichen Vorgeschichten mögen unterschiedlich sein, letztlich sind Michael, Wolfgang und Matthias Madersbacher jedoch im Adler-Werk zusammengekommen. Michael war der Erste. Nach seiner Malerlehre hat er 1989 im Unternehmen begonnen und wie später sein Bruder Wolfgang als Ansetzer gestartet. Nach mehreren Stationen wechselte er zu den Kleinchargen, eine wendige, flexible und durchaus anspruchsvolle Unterabteilung der Produktionsgruppe 2. „Nach rund zehn Jahren bekam ich die Möglichkeit, Vorarbeiter zu werden, vor sechs Jahren durfte ich den Meister erwerben“, erzählt er. Seit fünf Jahren ist er also Produktionsmeister, was es fast zwangsläufig mit sich brachte, dass nun ein Vorarbeiter fehlte. Den wiederum übernahm Neffe Matthias Madersbacher: „Ich habe eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann gemacht und nach der Lehre einiges ausprobiert, war auch im Ausland. Eines Tages hat mich Michael angerufen und mich gefragt, ob ich zu Adler kommen möchte. Da habe ich nicht lange gezögert – er hat im August angerufen, im September 2017 hab ich angefangen.“ Heute ist er Vorarbeiter und absolviert derzeit auf dem zweiten Bildungsweg eine Lehre zum Verfahrenstechniker. Als Matthias begonnen hat, war auch Wolfgang Madersbacher schon lange im Unternehmen. Nach einer Lehre zum Tischler trat er am 18. April 1995 – sein Gedächtnis ist präzise! – ins Unternehmen ein und arbeitet aktuell ebenfalls in der Produktionsgruppe 2.

Emotionale Stütze

Insgesamt arbeiten im Adler-Werk rund 720 Mitarbeiter*innen, viele davon sind seit Jahren und Jahrzehnten hier. „Das ist unser großes Kapital“, sagt Claudia Berg-
hofer, zuständig für die Unternehmenskommunikation, ihre Schwester Andrea Berghofer ist seit 1999 Geschäftsführerin. „Mitarbeiter*innen, die so lange da sind, sind eine große Stütze für uns – nicht nur, weil das jahrelang gewachsene Know-how im Unternehmen bleibt, sondern vor allem emotional. Ich weiß, dass ich ihnen vertrauen und mich auf sie verlassen kann, das gibt auch uns als Unternehmerfamilie Sicherheit.“

Dieser Sicherheitsaspekt ist es auch, den die Madersbachers an ihrem Arbeitgeber schätzen. Adler ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, hat viel Geld in den Standort investiert. Und tut das weiter. Im Herbst startet ein neues Bauprojekt, das vor allem die Arbeitsabläufe erleichtern soll, und es gibt bereits Pläne für eine dritte Fabrik am Standort. „Jedes Mal, wenn wieder ein Bagger auffährt, wissen wir, dass wir in Tirol bleiben dürfen“, beschreibt es Michael Madersbacher. Das ist nicht nur für die Region extrem wertvoll, sondern auch für die Mitarbeiter*innen ein wichtiges Statement. Und „dass die Zahlungen passen. Es gab keinen einzigen Monat in all den Jahren, in denen das Gehalt auch nur einen Tag zu spät gekommen wäre“, sagt Wolfgang Madersbacher. „Seien wir ehrlich“, so Bruder Michael. „Alle, die wir hier am Tisch sitzen, gehen fürs Geld arbeiten, aber das Leben hat uns auch gelehrt: Wenn ich am Arbeitsplatz nicht glücklich bin, kann das kein Gehalt der Welt aufwiegen. Wenn ich unzufrieden bin, nützt einem das ganze Geld nichts. Es muss alles zusammenpassen und ich glaube, dass ich für uns alle drei reden kann, wenn ich sage: Wir haben einen Wirkungsraum, in dem wir uns einbringen können, und viele Möglichkeiten, das Unternehmen aktiv mitzugestalten. Wir spüren, dass wir ein Teil davon sind. Natürlich gibt es Momente, die sind stressig oder nicht so schön, aber unterm Strich ist es immer sonnig – das sage ich aus voller Überzeugung.“

Matthias Madersbacher sieht das als Jüngster der drei gleich: „Natürlich brauchen wir alle unser Einkommen, dafür gehen wir arbeiten. Es hat allerdings auch keinen Sinn, wenn man sich stets in die Arbeit quälen muss. Ich komme tatsächlich jeden Tag gerne her.“

Text: Marina Bernardi
Fotos: Andreas Friedle

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